Erst aufräumen, dann aus dem Arbeitsalltag schöpfen
Du sitzt zwischen zwei Kunden im Laden, hast fünf Minuten Pause, und denkst: „Vielleicht sollte ich mal wieder was bei Google posten.“ Du klickst dich rein — und siehst ein leeres Feld. Nichts fällt dir ein. Was soll man da auch schreiben? Ein Foto vom Brot? Eine Aktion? Aber welche?
Genau an dieser Stelle steigen die meisten Betriebe wieder aus. Das Profil bleibt, wie es ist. Wochenlang. Monatelang.
Das Problem ist aber nicht, dass dir nichts einfällt. Das Problem ist, dass du an der falschen Stelle anfängst.
Erst das Profil sauber, dann die Posts
Bevor du an wöchentliche oder monatliche Beiträge denkst, kommt eine andere Frage: Ist dein Profil überhaupt soweit, dass es sich lohnt? Ein leeres oder unvollständiges Profil mit drei wöchentlichen Posts wirkt wie eine Schaufenster-Dekoration vor verbarrikadiertem Eingang. Erst die Tür auf, dann das Schaufenster gestalten.
Konkret heißt das: Drei Stufen, in dieser Reihenfolge.
Stufe 1 – Die Pflichtangaben sitzen
Das ist die Basis. Ohne die brauchst du an Posts gar nicht zu denken.
- Name exakt wie auf deinem Briefpapier — nicht „Bäckerei Müller — beste Brötchen in Plön“, sondern „Bäckerei Müller“
- Adresse stimmt mit dem überein, was bei Gewerbeamt und Handwerksrolle hinterlegt ist
- Telefonnummer, unter der wirklich jemand abnimmt — nicht die Festnetznummer, die seit 2019 keiner mehr hört
- Öffnungszeiten mit Sonderöffnungen für Feiertage und Brückentage
- Hauptkategorie so spezifisch wie möglich (nicht „Geschäft“, sondern „Bäckerei“)
- Mindestens zehn aktuelle Fotos, eigene, nicht von der Hersteller-Website
- Beschreibung, in der die Begriffe stehen, mit denen du gefunden werden willst
Das ist kein Posting. Das ist das Fundament. Wenn das nicht steht, hat dein Profil ein anderes Problem als fehlende Beiträge.
Stufe 2 – Dienste und Produkte ausfüllen
Das ist der Schritt, den fast niemand macht — und der eine Menge bringt.
Im Google-Unternehmensprofil gibt es zwei Bereiche, die du füllen kannst, ohne dass es ein „Post“ ist: Dienstleistungen und Produkte. Die stehen dauerhaft im Profil. Sie helfen Google zu verstehen, was du anbietest. Und sie helfen Kunden, die nach genau dem suchen, was du machst.
- Dienstleistungen sind die Tätigkeiten, die du anbietest — bei einem Friseur etwa „Haarschnitt Damen“, „Haarfarbe“, „Hochsteckfrisur Hochzeit“. Pro Eintrag eine kurze Beschreibung. Wenn dir Preise unangenehm sind: weglassen.
- Produkte sind, was du verkaufst, mit Foto, Name und kurzer Beschreibung. Bei einer Bäckerei „Roggenmischbrot“, „Quarktasche“, „Sonntagsbrötchen-Bestellung“.
Diese beiden Bereiche sind kein Wochenrhythmus. Du füllst sie einmal sauber aus, schaust einmal pro Quartal drüber. Das wars.
Erst wenn diese beiden Stufen sitzen, hat das Posten überhaupt einen Sinn. Sonst postest du an einer Schaufensterscheibe ohne Geschäft dahinter.
Stufe 3 – Erst jetzt beginnt die Bonusrunde
Wer Stufe 1 und Stufe 2 erledigt hat, ist bei Google schon weit besser aufgestellt als der Großteil der Mitbewerber in derselben Stadt. Posts sind ab hier kein Pflichtprogramm mehr, sondern die Kür: regelmäßige Aktualitäts-Signale an Google und sichtbare Lebenszeichen für Kunden, die dein Profil ansehen.
Wöchentlich oder monatlich, je nachdem, was du durchhältst. Lieber alle zwei Wochen verlässlich als drei Tage am Stück, dann zwei Monate Pause.
Was poste ich? Vier Kategorien aus deinem echten Alltag
Das Geheimnis ist nicht, kreativ zu sein. Das Geheimnis ist, hinzusehen.
Vier Kategorien decken so gut wie alles ab, was bei Google sinnvoll ist:
1. Erledigte Arbeit. Vorher-Nachher, abgeschlossener Auftrag, Liefertermin gehalten. Kein Werbe-Sprech, einfach: „Heute fertig geworden — Eingangstür restauriert in Eutin.“ Foto dazu. Das ist kein Marketing, das ist ein Beleg.
2. Was du machst und wann es bei Kunden Thema ist. Saisonale Tätigkeiten, typische Anlässe, häufige Fragen. „Jetzt ist die Zeit für Heizungswartung — was wir prüfen, was du selbst sehen kannst.“ Das ist nützlich, nicht werblich.
3. Vertrauen und Hintergrund. Wer bist du? Wer ist im Team? Welche Erlaubnisse, Meisterbriefe, Mitgliedschaften gibt es? Wie läuft ein Auftrag bei dir ab? Das sind keine spannenden Posts, aber genau das, was Kunden suchen, bevor sie anrufen.
4. Angebote und Verfügbarkeit. Konkretes mit Datum: „Diese Woche noch zwei Termine für Reifenwechsel frei“, „Sonderöffnung am Samstag wegen Stadtfest“, „Frühstücks-Buffet ab 1. Mai zurück“. Keine Phantasie-Aktionen, sondern echte Verfügbarkeit.
Wenn du diese vier Kategorien einmal im Kopf hast, fällt das nächste Posten leichter. Du musst nicht ausdenken — du musst aufschreiben, was sowieso passiert.
Der einfache Wochen-Rhythmus für die Bonusrunde
Wer regelmäßig posten will, ohne sich zu überfordern, plant nicht jeden Post einzeln. Vier Posts im Monat reichen vollkommen. So sieht ein realistischer Plan aus:
- Eine Woche pro Monat: Erledigte Arbeit zeigen
- Eine Woche pro Monat: Etwas erklären, was Kunden oft fragen
- Eine Woche pro Monat: Vertrauenssignal — Team, Räume, Prozess
- Eine Woche pro Monat: Konkretes Angebot oder Termin
Alle vier bis sechs Wochen einmal abweichen ist erlaubt. Wer das durchzieht, hat in einem Jahr 48 Beiträge — und ein Profil, dem Google ansieht, dass es lebt.
Was du nicht posten solltest
Drei Dinge, die du dir sparen kannst.
- Stockfotos. Google erkennt sie. Ein eigenes, mittelmäßiges Handyfoto wirkt besser als ein hochglanz-perfektes Bild aus dem Internet.
- Werbe-Sprech. „Einzigartige Qualität zu unschlagbaren Preisen“ liest niemand. „Heute frisch aus dem Ofen, bis 16 Uhr da“ hingegen schon.
- Posts ohne Bezug zu deinem Betrieb. Geburtstagsgrüße an die Königin, Allgemeinplätze über Wetter — gehört nicht ins Profil. Das ist kein Facebook.
Zeitaufwand, ehrlich gerechnet
- Stufe 1 (Pflichtangaben sauber): einmalig zwei bis drei Stunden, wenn nichts kompliziert ist. Bei verworrenen Eigentumsverhältnissen mehr.
- Stufe 2 (Dienste und Produkte): einmalig zwei bis vier Stunden, je nachdem, wie viele Leistungen du hast. Danach quartalsweise eine halbe Stunde Pflege.
- Stufe 3 (Posts): pro Post ungefähr zehn Minuten — Foto raussuchen, drei Sätze tippen, hochladen. Vier Posts im Monat sind 40 Minuten. Das geht nebenher.
Der häufigste Fehler ist, mit Stufe 3 anzufangen, ohne die ersten beiden gemacht zu haben. Dann fühlt sich Posten an wie Schreien in einen leeren Raum.
Wenn das nach Arbeit klingt, die du nicht hast
Drei Stunden für die Pflichtangaben, vier Stunden für Dienste und Produkte, dann monatlich 40 Minuten — das ist überschaubar, aber es muss jemand machen. Wer eine Werkstatt führt, einen Salon, eine Praxis oder einen Laden, hat diese Stunden meistens nicht zwischen den Aufträgen. Genau dafür gibt es mich.
Einmalige Profil-Optimierung mit allem, was zu Stufe 1 und 2 gehört: ich übernehme das. Danach optional die monatliche Pflege mit den Posts aus deinem Alltag — du schickst mir kurz, was bei dir los war, ich mache daraus die vier Posts. Kontakt aufnehmen oder direkt eine kurze Nachricht per WhatsApp.
Über den Autor
Thorsten Lutz ist Berater für lokale Online-Sichtbarkeit in Schleswig-Holstein. Er richtet Google-Unternehmensprofile für kleine und mittlere Betriebe ein, pflegt sie laufend und betreut die wöchentliche Posting-Routine im Hintergrund. Mit 29 Jahren Außendienst-Erfahrung in lokalen Betrieben weiß er, welche Hebel im Profil tatsächlich zu mehr Anrufen führen — und welche Empfehlungen aus der Online-Welt am Alltag eines Inhabers vorbeigehen.

