Was Google 2026 selbst über KI-Suche sagt … und was du dir sparen kannst

Vielleicht kennst du das: Ein Anruf, eine E-Mail, ein Gespräch beim Netzwerktreffen. Jemand erzählt dir, die normale Google-Suche sei bald vorbei. Jetzt komme die KI. Und dafür brauche dein Betrieb dringend etwas Neues — „AEO“ oder „GEO“ heißt das dann, gegen Aufpreis.

Bevor du dafür Geld in die Hand nimmst: Google hat im Mai 2026 einen offiziellen Leitfaden dazu veröffentlicht. Darin steht ziemlich klar, was wirklich zählt — und was du getrost ignorieren kannst. Die gute Nachricht für kleine Betriebe in Schleswig-Holstein ist: Es ist weniger neu, als es klingt.

Worum es bei der „KI-Suche“ überhaupt geht

Wenn du heute etwas googelst, steht über den Treffern oft ein zusammengefasster Text. Das nennt Google „AI Overviews“. Und es gibt einen eigenen „AI Mode“, in dem die Suche eher wie ein Gespräch funktioniert.

Der entscheidende Punkt: Diese KI-Antworten erfinden ihren Inhalt nicht. Sie holen ihn aus denselben Suchergebnissen, die es vorher auch schon gab. Google sagt das selbst — die KI-Funktionen sitzen auf den normalen Such-Systemen auf. Wer in der normalen Google Suche nicht auftaucht, taucht auch in der KI-Antwort nicht auf.

Das ist die ganze Mechanik. Die KI ist kein neuer Kanal neben Google. Sie ist eine neue Anzeigeform für das, was Google ohnehin schon über deinen Betrieb weiß.

Was du dir sparen kannst

In Googles Leitfaden gibt es einen Abschnitt, der mit Mythen aufräumt. Vier Dinge nennt Google ausdrücklich als überflüssig:

  1. Spezielle „KI-Dateien“ auf der Website. Du brauchst keine llms.txt und keine anderen Sonderdateien, damit eine KI dich findet. Wenn dir das jemand verkaufen will — du brauchst es nicht.
  2. Texte in „Häppchen“ zerlegen. Es gibt keine ideale Textlänge für die KI. Google versteht auch längere, zusammenhängende Texte. Schreib für Menschen, nicht für die Maschine.
  3. Texte extra für die KI umschreiben. Du musst nicht jedes Wort treffen, das ein Kunde eingeben könnte. Google versteht auch sinnverwandte Begriffe.
  4. Künstliche „Erwähnungen“ einkaufen. Bezahlte Nennungen in irgendwelchen Blogs oder Foren bringen wenig. Googles Spam-Systeme arbeiten dagegen.

Kurz gesagt: Die meisten „KI-Hacks“, die gerade die Runde machen, sind laut Google für die Google-Suche wirkungslos. Das ist kein Geheimwissen — es steht offen in der Anleitung.

Was wirklich zählt

Wenn die Hacks wegfallen, bleibt das übrig, was für lokale Sichtbarkeit ohnehin schon immer galt. Google nennt im Leitfaden im Kern drei Dinge:

Erstens: Inhalte mit eigenem Standpunkt. Ein Text, der nur wiederholt, was woanders schon steht, bringt wenig. Wertvoll ist, was nur du weißt — aus deiner Werkstatt, deiner Praxis, deinem Laden. Eine echte Erfahrung schlägt einen austauschbaren Ratgebertext.

Zweitens: eine saubere technische Basis. Deine Seite muss von Google gefunden und gelesen werden können. Sie muss auf dem Smartphone funktionieren und schnell laden. Das ist klassische Handwerksarbeit an der Website — nichts mit KI im Namen.

Drittens — und das ist für dich der wichtigste Punkt: dein Google Unternehmensprofil. Google schreibt im Leitfaden ausdrücklich, dass KI-Antworten auch Informationen über lokale Betriebe enthalten können. Und diese Informationen kommen aus dem Google Unternehmensprofil. Dein kostenloses Profil ist also nicht nur für die Karte und die normale Suche da. Es ist auch die Grundlage dafür, dass eine KI-Antwort deinen Betrieb überhaupt nennen kann.

Eine ehrliche Einschränkung

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Ein gepflegtes Profil ist kein Garant, in jeder KI-Antwort aufzutauchen. Google sagt selbst, dass es Indexierung und Anzeige nie garantiert. Niemand kann dir das versprechen — und wer es tut, verspricht zu viel.

Was du beeinflussen kannst, ist die Grundlage: korrekte Daten, ein aktives Profil, eine funktionierende Website. Ob und wann eine KI deinen Betrieb dann zeigt, entscheidet Google. So ehrlich muss man an der Stelle sein.

Was das für deinen Betrieb heißt

Wenn dir jemand „KI-Optimierung“ als teure Extra-Leistung anbietet, kannst du ruhig nachfragen, was konkret anders sein soll als saubere lokale Sichtbarkeitsarbeit. Aus Googles eigener Sicht ist die Antwort: nichts Grundlegendes. Es ist dieselbe Arbeit.

Für einen Betrieb mit einem bis fünfzig Mitarbeitern in Schleswig-Holstein heißt das: Du musst keinem neuen Trend hinterherlaufen. Du musst die Basis ordentlich machen. Profil pflegen, Daten aktuell halten, ehrliche Inhalte schreiben. Wer das geduldig tut, ist auch für die KI-Suche aufgestellt — ohne ein einziges Extra-Produkt zu kaufen.

Das ist die unaufgeregte Wahrheit hinter dem ganzen Lärm. Etwas weniger spektakulär, als manche es erzählen. Dafür haltbar.

Wenn du wissen willst, wo dein Profil steht

Du bist unsicher, ob deine Basis stimmt? Ich schaue mir dein Google Unternehmensprofil einmal in Ruhe an und sage dir ehrlich, was solide ist und was fehlt — ohne Verkaufsdruck und ohne dir einen KI-Trend einzureden, den du nicht brauchst. Melde dich, wenn dir das gelegen kommt.

Über den Autor

Thorsten Lutz ist Berater für lokale Online-Sichtbarkeit in Schleswig-Holstein. Er richtet Google-Unternehmensprofile für kleine und mittlere Betriebe ein und pflegt sie laufend. Mit 29 Jahren Außendienst-Erfahrung kennt er lokale Betriebe von innen — und kann einschätzen, welche Empfehlungen für einen Handwerks- oder Einzelhandelsbetrieb wirklich tragen und welche nur gut klingen.

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