Welche SEO-Werkzeuge bringen meine Website in Plön und Ostholstein wirklich nach vorn?

Auf SEO-Tools-Listen taucht oft Ahrefs auf. Über hundert Euro im Monat. Daneben Screaming Frog, Keywords Everywhere, eine Schema-Prüfung, zwei weitere Werkzeuge — und du fragst dich, ob du das alles brauchst, damit dein Betrieb in Eutin, Plön oder Heiligenhafen gefunden wird.

Die kurze Antwort: nein. Solche Listen sind aus der Perspektive einer Agentur geschrieben, die fünfzig Kunden parallel betreut. Du hast einen Betrieb. Du brauchst eine handvoll Werkzeuge, fast alle kostenlos, und ein bis zwei kostenpflichtige erst dann, wenn die Grundlagen sauber sitzen.

Hier ist eine ehrliche Reihenfolge — vom ersten Tag bis zum optionalen Profi-Werkzeug.

Phase 1: Womit du anfängst (alles kostenlos)

Diese vier Werkzeuge decken den allergrößten Teil dessen ab, was ein lokaler Betrieb über seine Sichtbarkeit wissen muss.

Google Search Console. Zeigt dir, mit welchen Suchanfragen Leute auf deine Website kommen, welche Seiten Google indexiert hat, wo es Fehler gibt und ob deine Seite mobil ordentlich aussieht. Wer das nicht eingerichtet hat, optimiert blind. Einrichtung dauert zehn Minuten.

Statistiken im Google Unternehmensprofil. Direkt in deinem Profil unter „Leistung“. Zeigt dir Anrufe, Klicks auf die Wegbeschreibung, Profilaufrufe. Für die meisten lokalen Betriebe ist das die wichtigste Zahl überhaupt, weil über das Profil oft mehr Kontakte kommen als über die Website.

Bing Webmaster Tools. Bing ist nicht Google, klar. Aber ChatGPT und viele KI-Suchmaschinen greifen auf den Bing-Index zurück. Wer in der KI-Suche auftauchen will, sollte sein Bing-Profil eingerichtet haben. Geht in fünf Minuten direkt aus der Google Search Console heraus per Import.

PageSpeed Insights. Web-Adresse aufrufen, deine URL eintragen, sehen, wie schnell deine Seite lädt. Lädt deine Seite langsam, springen Besucher ab — und Google straft es ab. Wer einen WordPress-Baukasten ohne Caching-Plugin betreibt, sieht hier oft schmerzhafte Zahlen.

Diese vier Werkzeuge kosten zusammen null Euro und beantworten geschätzt achtzig Prozent aller Fragen, die ein lokaler Betrieb je zu seiner Sichtbarkeit hat.

Phase 2: Was dazukommt, wenn du tiefer einsteigst (auch kostenlos)

Ab hier wird es technischer. Wer sich Phase 1 angeschaut und Lust auf mehr hat, kann diese vier Werkzeuge ergänzen.

Matomo. Webanalyse als Alternative zu Google Analytics. Läuft auf deinem eigenen Server, gibt deine Besucherdaten nicht an Google weiter und ist mit den deutschen Datenschutz-Regeln deutlich entspannter zu betreiben.

Screaming Frog (kostenlose Version). Durchsucht deine eigene Website nach kaputten Links, fehlenden Seitenbeschreibungen, doppelten Titeln und ähnlichen Stolperern. Die kostenlose Version geht bis 500 Seiten — das reicht für nahezu jede Website in deiner Größenordnung.

Ahrefs Webmaster Tools. Hier liegt die ehrliche Antwort auf den teuren Ahrefs-Tarif: Für deine eigene, verifizierte Website schenkt dir Ahrefs einen kostenlosen Zugang. Du siehst, wer auf dich verlinkt, und kannst dein eigenes Site-Audit laufen lassen. Mehr brauchst du für dich selbst nicht.

Schema Markup Validator und Rich Results Test. Zwei kleine Web-Werkzeuge von Google und Schema.org, die prüfen, ob die strukturierten Daten auf deiner Website korrekt sind. Wichtig zum Beispiel für Öffnungszeiten, Adresse und Bewertungen, die in der Google-Suche sichtbar werden sollen.

Phase 3: Erst kostenpflichtig, wenn die Basics sitzen

Geld auszugeben lohnt sich erst, wenn die ersten beiden Phasen genutzt werden und der Bedarf konkret benannt werden kann.

Local Falcon. Zeigt dir, wie dein Google-Profil aus verschiedenen Punkten in deinem Ort gefunden wird. Wer in Heiligenhafen am Hafen, am Binnensee und im Gewerbegebiet jeweils unterschiedlich sichtbar ist, sieht das hier auf einer Karte. Sinnvoll für Betriebe in flächigem Marktgebiet — etwa in Ostholstein oder im Kreis Plön. Ab rund 25 Dollar im Monat.

Whitespark. Findet Branchenverzeichnis-Einträge, in denen du noch fehlst, und zeigt, wo deine Konkurrenz auftaucht. Wer Branchenverzeichnisse systematisch angehen will, hat hier ein gutes Werkzeug. Pro Audit oder im Monatsabo.

Sistrix. Deutscher Sichtbarkeitsindex, gute Wettbewerbsanalyse für den deutschsprachigen Raum. Wer regelmäßig prüfen will, wo er gegenüber drei oder vier Konkurrenten steht, ist hier besser bedient als bei den amerikanischen Werkzeugen. Dreistellig pro Monat.

Was du dir sparen kannst

Diese Sachen tauchen in jeder Profi-Liste auf — und sind für deinen Betrieb selten ihr Geld wert:

  • Ahrefs in den bezahlten Tarifen. Die kostenlosen Webmaster Tools reichen für deine eigene Website.
  • Keywords Everywhere. Pay-as-you-go-Browser-Erweiterung. Summiert sich, ohne dass du den Nutzen siehst.
  • Screaming Frog mit Lizenz. Erst sinnvoll, wenn deine Website über 500 Seiten hat oder du mehrere Sites parallel auditierst.
  • All-in-One-SEO-Plattformen aus der Werbung. Bündel, die viel können wollen — vieles davon schlecht.

Was Werkzeuge nicht ersetzen

Werkzeuge sammeln Daten. Sie sagen dir nicht, was du tun sollst. Eine PageSpeed-Insights-Zahl von 42 ist eine Diagnose, kein Bauplan. Eine Liste mit 18 kaputten Links aus Screaming Frog ist nett zu wissen — repariert sich aber nicht von selbst.

Das ist der Punkt, an dem entweder du dich einarbeitest oder jemand anderes ran muss. Werkzeuge sind nie der Engpass. Zeit und Wissen, was zu priorisieren ist, sind es.

Zeitaufwand

  • Phase 1 einrichten: zwei Stunden für alle vier Werkzeuge zusammen.
  • Phase 2: nochmal drei bis vier Stunden, je nachdem, wie tief du gehst.
  • Phase 3: erst, wenn Phase 1 und 2 als Routine sitzen — meist nach drei bis sechs Monaten.

Wenn keine Zeit oder Lust dafür da ist

Wenn du keine Lust hast, dich durch zehn Oberflächen zu klicken: Ich schaue mir deine Sichtbarkeit einmal kostenlos vor Ort an und sage dir, welche Werkzeuge bei dir tatsächlich etwas bringen — und welche du getrost ignorieren kannst. [Kontakt aufnehmen]

Über den Autor

Thorsten Lutz ist Berater für lokale Online-Sichtbarkeit in Schleswig-Holstein. Er betreut Google-Unternehmensprofile und die laufende Pflege der digitalen Sichtbarkeit für kleine und mittlere Betriebe in Plön, Ostholstein und Umgebung. Mit 29 Jahren Außendienst-Erfahrung kennt er lokale Betriebe von innen — und weiß, welche Werkzeuge im Alltag wirklich helfen und welche nur Tabellen produzieren.

Mehr zum Autor: Thorsten Lutz

Weiterführend

  • Google Search Console: https://search.google.com/search-console
  • Bing Webmaster Tools: https://www.bing.com/webmasters
  • PageSpeed Insights: https://pagespeed.web.dev/
  • Matomo: https://matomo.org/
  • Screaming Frog: https://www.screamingfrog.co.uk/seo-spider/
  • Ahrefs Webmaster Tools: https://ahrefs.com/webmaster-tools
  • Schema Markup Validator: https://validator.schema.org/
  • Rich Results Test: https://search.google.com/test/rich-results
  • Local Falcon: https://www.localfalcon.com/
  • Whitespark: https://whitespark.ca/
  • Sistrix: https://www.sistrix.de/
  • SeSoft Web/Database/Solutions: https://sesoft.de

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