Platz 1 bei Google bringt keinen Umsatz — was wirklich zählt

Stell dir vor, du bekommst seit acht Monaten einen schönen bunten Bericht von deinem Online-Dienstleister. Grüne Pfeile, Sichtbarkeitsindex gestiegen, drei neue Keywords auf Platz 1. Beim ersten Mal hast du dich gefreut. Beim dritten Mal genickt. Beim achten Mal denkst du dir: Mein Telefon klingelt aber nicht häufiger.

Das ist kein Einzelfall. Das ist die Regel.

Warum Rankings dich nichts kosten dürfen

In der Suchmaschinen-Branche wird viel mit Zahlen gearbeitet, die schön aussehen und wenig bedeuten. Platz 1 für ein Keyword ist die berühmteste davon. Klingt nach Sieg. Ist aber nur dann wertvoll, wenn dieses Keyword von Menschen gesucht wird, die zu dir kommen, anrufen oder kaufen.

Drei Beispiele, wo Platz 1 nichts bringt:

Erstens: Du stehst auf Platz 1 für „Friseur Eutin Geschichte“. Nett. Sucht aber niemand, der einen Termin will.

Zweitens: Du stehst auf Platz 1 für „Friseur Schleswig-Holstein“. Klingt groß. Bringt aber Anfragen aus Flensburg, die nie zu dir nach Eutin fahren werden.

Drittens: Du stehst auf Platz 1, aber unter dir sitzen drei bezahlte Anzeigen, dann das Google-Profil-Kästchen mit drei Konkurrenten und dann erst du. In dem Moment ist „Platz 1 organisch“ nur noch Platz 7 in dem, was der Mensch wirklich sieht.

Eitelkeits-Indikatoren sind das. Schöne Zahlen, die nicht im Geldbeutel ankommen.

Worauf ich stattdessen achte

Bei meinen Kunden zähle ich andere Dinge — und ich nenne sie offen so, wie sie sind:

  • Wie oft wird auf deine Telefonnummer geklickt? Wer das mit dem Daumen am Smartphone tut, will gerade jetzt mit dir sprechen.
  • Wie oft wird auf „Anfahrt“ geklickt? Wer sich navigieren lässt, kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit physisch vorbei.
  • Wie oft wird dein Profil bei Google angesehen? Nicht „wie hoch rankst du“, sondern wie viele echte Menschen dein Schaufenster im Internet betreten.
  • Wie oft schreibt jemand über das Kontaktformular oder WhatsApp? Das ist eine echte Anfrage, nicht eine Zahl.

Diese Werte sind näher am Geschäft. Sie sind nicht perfekt — aber ehrlich.

Die ehrliche Einschränkung

Ich verspreche niemandem, dass ich Umsatz messen kann. Bei einem Friseur, der barzahlt, eine Werkstatt, in der man am Tresen einen Termin macht, einer Bäckerei, in der niemand einen Bon mit Quelle „Google“ hat — da gibt es keine Datenkette von der Suche bis zur Kasse. Wer dir das verspricht, verkauft dir Hoffnung.

Was ich verspreche: Ich messe das, was zwischen Suche und Kasse passiert. Anrufe, Anfahrten, Profilaufrufe, Formularklicks. Wenn diese Zahlen über drei Monate steigen, läuft es. Wenn sie fallen, müssen wir reden — auch wenn dein Ranking gerade wunderbar aussieht.

Was du selbst tun kannst, ohne Berater

Drei kleine Übungen, die jeder Inhaber heute machen kann:

  1. Frag deinen aktuellen Online-Dienstleister: „Welche Zahl in deinem Bericht zeigt mir, dass mein Telefon häufiger klingelt?“ Wenn die Antwort vage wird, hast du ein Problem.
  2. Leg drei Wochen lang einen DIN-A6-Zettel an die Kasse oder neben das Telefon. Vier Striche darauf: „Google“, „Empfehlung“, „Vorbeigegangen“, „Sonstiges“. Frag jeden Erstkunden, woher er kommt. Du wirst überrascht sein.
  3. Schau dir dein Google-Profil an — bei „Statistiken“ siehst du, wie oft auf deine Telefonnummer geklickt wurde. Diese Zahl kennt der Inhaber meistens nicht. Sie ist näher an der Wahrheit als jeder Sichtbarkeitsindex.

Zeitaufwand

Die drei Übungen kosten dich zusammen 30 Minuten — verteilt über drei Wochen. Das Ergebnis ist eine ehrlichere Sicht auf deine Online-Sichtbarkeit als die meisten gekauften Berichte.

Wenn du seit Monaten Berichte bekommst, die du nicht verstehst — oder die du verstehst, aber nicht glaubst —, schau ich mir das gerne an. Ich sage dir in einem Termin vor Ort, welche Zahlen in deinen Berichten Substanz haben und welche nur Deko sind. Kostenlos, ohne Verkaufsdruck. Kontakt aufnehmen


Über den Autor

Thorsten Lutz ist Berater für lokale Online-Sichtbarkeit in Schleswig-Holstein. Er betreut Google-Unternehmensprofile für kleine und mittlere Betriebe und sorgt dafür, dass Online-Maßnahmen messbar werden. Mit 29 Jahren Außendienst-Erfahrung kennt er den Unterschied zwischen Berichten, die schön aussehen, und Zahlen, die im Betrieb tatsächlich etwas bewegen.

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