Stell dir vor, du gibst jemandem deine Web-Adresse durchs Telefon. Oder sie steht auf deinem Lieferwagen, auf einem Flyer, in deinem Google-Eintrag. Welche tippt der Mensch leichter ab:
imker-lutz.de/gs/oderimker-lutz.de/?utm_source=gelbeseiten&utm_medium=referral&utm_campaign=lokal?
Die Antwort ist klar. Kurze Adressen gewinnen, immer, wenn ein Mensch sie lesen, merken oder abtippen muss. Deshalb setze ich für deinen Google-Eintrag und für Branchenverzeichnisse grundsätzlich auf kurze, saubere Adressen.
Aber: Wenn jemand über so eine Adresse auf deine Seite kommt, will ich trotzdem wissen, woher er kam. War es dein Google-Eintrag? Die Gelben Seiten? Das regionale Portal? Genau dafür gibt es einen kleinen Trick, der das Beste aus beiden Welten verbindet. In diesem Beitrag erkläre ich dir, wie er funktioniert, und warum ich ihn bei allen meinen Kunden so einsetze.
Das Problem: Dein Google-Eintrag sieht oft „tot“ aus
Wenn jemand in Google auf deinen Eintrag klickt und auf deiner Website landet, sollte deine Statistik das eigentlich anzeigen. Tut sie aber oft nicht. Der Klick landet stattdessen im Topf „Direkt“, also dort, wo auch die Leute gezählt werden, die deine Adresse von Hand eintippen.
Das Ergebnis: Dein Google-Eintrag sieht in der Auswertung aus, als würde er nichts bringen, obwohl er dir gerade einen Kunden geschickt hat. Wenn du dann entscheidest, wo du Zeit und Geld reinsteckst, triffst du diese Entscheidung auf Zahlen, die dich in die Irre führen.
Was ein UTM-Parameter ist, kurz erklärt
Ein UTM-Parameter ist nichts Kompliziertes. Es ist einfach ein Stück Text, das man hinten an eine Web-Adresse anhängt, damit das Auswertungstool erkennt, woher ein Besucher kommt. Keine Software, kein Pixel, nichts, was man installieren muss. Es steckt direkt in der Adresse.
So sieht das aus:
imker-lutz.de/?utm_campaign=gelbeseiten
Alles ab dem Fragezeichen ist die Zusatzinfo. Die Seite öffnet sich ganz normal. Aber deine Statistik liest mit und notiert: „Dieser Besucher kam von den Gelben Seiten.“ Mehr macht ein UTM-Parameter nicht, und mehr braucht es auch nicht.
Mein Weg: kurze Adresse außen, UTM-Parameter innen
Hier kommt der Trick. Du musst dich nicht zwischen „schön kurz“ und „gut auswertbar“ entscheiden. Du kannst beides haben.
Ich hinterlege im Google-Eintrag und in den Verzeichnissen die kurze Adresse, zum Beispiel imker-lutz.de/gs/. Diese Adresse zeigt aber nicht auf eine eigene Seite, sondern leitet im Hintergrund sofort auf deine Startseite weiter, und zwar mit angehängtem UTM-Parameter. Der Besucher merkt davon nichts. Er klickt auf die kurze Adresse, landet auf deiner Startseite, und deine Statistik weiß genau, woher er kam.
Der Vorteil für dich: Du hast eine einzige starke Startseite statt vieler dünner Mini-Seiten. Das ist auch für Google besser, denn viele fast leere Doppelseiten verteilen nur die Kraft deiner Website, statt sie zu bündeln.
So richte ich das in WordPress ein
Wenn deine Website auf WordPress läuft, brauche ich dafür nur ein kleines, kostenloses Werkzeug: das Plugin „Redirection“. Damit lege ich pro Kanal eine simple Weiterleitungsregel an.
Eine Regel besteht aus drei Angaben: der kurzen Adresse, dem Ziel mit UTM-Parameter und dem Typ der Weiterleitung. Ich nehme immer Typ 301, das bedeutet „dauerhaft umgezogen“:
Kurze Adresse: /gs/
Ziel: https://imker-lutz.de/?utm_campaign=gelbeseiten
Typ: 301 (dauerhaft)
Kurze Adresse: /go/
Ziel: https://imker-lutz.de/?utm_campaign=google-eintrag
Typ: 301 (dauerhaft)
Das Wichtigste ist der Typ 301. Er sagt Google: „Diese kurze Adresse ist keine eigene Seite, sondern verweist dauerhaft auf die Startseite.“ Damit entstehen keine dünnen Doppelseiten, und alles bleibt sauber.
Du brauchst dafür übrigens nichts zu tun. Das richte ich für dich ein, du bekommst hinterher nur die fertigen kurzen Adressen, die du in deine Einträge eintragen kannst.
Die einfache Variante, zugeschnitten auf Matomo
Viele meiner Kunden nutzen Matomo zur Auswertung, weil es datenschutzfreundlich ist und die Daten in Deutschland bleiben. Matomo hat eine kleine Eigenheit, die ich bei der Einrichtung berücksichtige.
Im Standard bietet Matomo nur eine zentrale Schublade für die Herkunft, den sogenannten Kampagnennamen. Deshalb halte ich es bewusst einfach und stecke die Herkunft direkt in genau diese Schublade, über utm_campaign. Pro Kanal vergebe ich einen klaren Namen:
- Google-Eintrag:
utm_campaign=google-eintrag - Gelbe Seiten:
utm_campaign=gelbeseiten - Das Örtliche:
utm_campaign=das-oertliche
In Matomo findest du das Ergebnis dann unter „Akquise“ im Bereich „Kampagnen“. Dort siehst du auf einen Blick, welcher Eintrag dir wie viele Besucher gebracht hat, sauber getrennt, ohne dass du irgendetwas zusätzlich installieren musst.
Diese einfache Variante reicht für die allermeisten Betriebe völlig aus. Wenn du später einmal feiner auswerten willst, lässt sich das mit einem kostenlosen Matomo-Zusatz erweitern. Aber für den Anfang gilt: ein klarer Name pro Kanal, fertig.
Wo der Trick an Grenzen stößt
Damit du keine falschen Erwartungen hast, hier die ehrlichen Grenzen.
Die Auswertung funktioniert nur, wenn jemand auf einen Link klickt. Wer deine Adresse von Hand eintippt oder dich direkt anruft, taucht in den Zahlen nicht als „von Google gekommen“ auf. Deshalb bleibt die einfachste Frage die wertvollste: „Wie haben Sie uns gefunden?“ Wenn du das deinen Anrufern stellst, hast du einen Datenpunkt, den keine Technik schlägt.
Und ein zweiter Hinweis: In die Adresse gehört niemals etwas Persönliches oder Vertrauliches, denn sie ist für jeden sichtbar. Herkunftsnamen wie „gelbeseiten“ sind völlig in Ordnung. Mehr nicht.
Was das für dich bedeutet
Am Ende geht es nicht um mehr Zahlen, sondern um ehrlichere. Du erkennst endlich, welcher deiner Einträge dir tatsächlich Kunden bringt, und welcher nur Aufwand ist. Damit kannst du deine Zeit und dein Werbebudget dahin lenken, wo es wirklich wirkt.
Genau das übernehme ich für dich: kurze, merkbare Adressen für deine Einträge, sauber weitergeleitet, und eine Auswertung, die dir die Wahrheit zeigt. Wenn du wissen möchtest, wie das für deinen Betrieb konkret aussieht, melde dich einfach über lutz-merchandising.de.
Weiterführende Links
- Redirection (kostenloses WordPress-Plugin): https://redirection.me/
- Matomo, Kampagnen-Auswertung erklärt: https://matomo.org/faq/general/faq_119/
Über den Autor
Thorsten Lutz unterstützt Betriebe in Schleswig-Holstein dabei, lokal besser gefunden zu werden, von einem starken Google-Eintrag über saubere Branchenverzeichnisse bis zur ehrlichen Auswertung, welcher Kanal wirklich Kunden bringt. Mehr unter lutz-merchandising.de.
