KI-Sichtbarkeits-Check: In 15 Minuten prüfen, was ChatGPT über deinen Betrieb weiß

Ein Bekannter hat letzte Woche seinen Sohn gefragt: „Frag doch mal ChatGPT, welche Heizungsbauer es bei uns in der Gegend gibt.“ Der Sohn fragte. ChatGPT nannte fünf Betriebe. Der Bekannte war nicht dabei. Er ist seit 22 Jahren selbstständig, hat einen ordentlichen Internetauftritt und steht in den Branchenbüchern. Trotzdem: nicht dabei.

Das ist die neue Realität. Immer mehr Menschen suchen nicht mehr „Heizungsbauer Plön“ bei Google, sondern fragen ChatGPT, Gemini oder Perplexity in ganzen Sätzen. Wer dort nicht auftaucht, existiert für diese Kunden nicht. Und das Bittere ist: Du merkst es nicht. Es klingelt einfach das Telefon nicht.

Warum das jetzt zählt

Bisher hieß lokale Sichtbarkeit: oben bei Google stehen, ein gepflegtes Unternehmensprofil haben, ein paar Bewertungen. Das gilt weiter. Aber daneben wächst eine zweite Bühne. KI-Systeme greifen Informationen aus dem Netz zusammen und spucken eine fertige Empfehlung aus. Der Nutzer bekommt drei Namen genannt — und klickt vielleicht gar nicht weiter.

Wer in dieser Empfehlung nicht vorkommt, verliert Anfragen, die er früher noch über Google reingeholt hätte. Besonders bei jüngeren Kunden, die solche Anfragen längst per Sprachbefehl ans Smartphone stellen.

Der Selbst-Check in 15 Minuten

Du brauchst dafür nichts außer ein Smartphone oder einen Computer. Öffne ChatGPT (chat.openai.com), Gemini (gemini.google.com) und Perplexity (perplexity.ai). Alle drei haben kostenlose Versionen. Stelle bei jedem nacheinander dieselben drei Fragen.

Frage 1: Wirst du überhaupt genannt?

Empfiehl mir 5 [deine Branche] in [dein Ort] und Umgebung. Nenne jeweils Name, Stärken und besondere Leistungen.

Konkret: „Empfiehl mir 5 Tischlereien in Lütjenburg und Umgebung.“

Frage 2: Was weiß die KI über dich?

Was weißt du über [dein Firmenname] in [dein Ort]? Was bietet das Unternehmen an, was sind die Stärken, gibt es bekannte Schwächen oder Kritik?

Frage 3: Würdest du bei einer echten Kundenfrage empfohlen?

Ich brauche jemanden, der [konkretes Problem] in der Nähe von [dein Ort] erledigt. Wen würdest du empfehlen und warum?

Konkret: „Ich brauche jemanden, der in Schönberg ein altes Holzfenster restauriert.“

Was du dabei notierst

Schreib dir auf einem Zettel mit:

  1. Wirst du genannt? Bei welcher Plattform ja, bei welcher nein.
  2. Wer wird stattdessen genannt? Drei bis fünf Wettbewerber-Namen reichen.
  3. Wenn du genannt wirst: Stimmt die Beschreibung? Werden die richtigen Leistungen erwähnt? Steht der Ort richtig?
  4. Was wird über die Mitbewerber gesagt? Da steckt der Hinweis drin, was die KI als „besonders“ einstuft — und was dir vielleicht im Profil fehlt.

Was du wahrscheinlich findest

Drei Muster sehe ich immer wieder bei Inhabern, die diesen Test machen:

  • Du wirst gar nicht genannt, obwohl du seit Jahren am Markt bist. Meistens, weil dein Google-Profil zu dünn ist und die KI-Systeme keine klaren Informationen über dich finden.
  • Du wirst genannt, aber falsch beschrieben. Veraltete Leistungen, falsche Schwerpunkte, manchmal sogar der falsche Ort. Das ist häufiger als gedacht.
  • Du wirst empfohlen, aber unspezifisch. „Ein solider Handwerksbetrieb“ — das hilft niemandem, der gerade ein Spezialproblem hat.

Was die Antworten der KI nicht sind

Ein wichtiger Hinweis vorab: Diese Antworten ändern sich. Wenn du dieselbe Frage zwei Tage später nochmal stellst, kommt manchmal etwas anderes raus. Trotzdem ist das Bild über drei Plattformen und drei Fragen meistens stabil genug, um die Lage zu erkennen.

Und: Die KI ist nicht Google. Du verbesserst dein KI-Ergebnis nicht direkt durch eine Anzeige. Du verbesserst es, indem die Quellen, aus denen die KI sich bedient — dein Google-Profil, deine Website, Bewertungen, Branchenverzeichnisse — sauber, vollständig und konkret sind.

Zeitaufwand

15 Minuten für den Test. Eine halbe Stunde, wenn du dir die Antworten genau anschaust und Notizen machst. Das ist überschaubar — und gibt dir zum ersten Mal eine ehrliche Antwort darauf, wie sichtbar du in der KI-Suche heute bist.

Was danach kommt

Wenn der Test zeigt, dass du nicht oder schlecht auftauchst, ist die Antwort nicht „mehr Werbung schalten“. Die Antwort liegt in den Quellen, aus denen die KI ihre Informationen zieht: dein Google-Profil mit klaren Leistungen, deine Website mit konkreten Texten, deine Bewertungen, deine Einträge in Branchenverzeichnissen. Daran arbeitest du dich entlang.

Du willst den Test einmal mit mir zusammen machen und gleich besprechen, wo der Hebel sitzt? Ich komme vorbei, wir laufen die drei Fragen am Tresen durch und ich sage dir in 30 Minuten, was als Erstes anzupacken ist. Kostenlos. [Kontakt aufnehmen]


Thorsten Lutz ist Berater für lokale Online-Sichtbarkeit in Schleswig-Holstein. Er prüft Google-Unternehmensprofile, Website-Inhalte und Branchenverzeichnisse für kleine und mittlere Betriebe — und richtet sie so ein, dass auch KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini und Perplexity sie als seriöse Quelle erkennen. Mit 29 Jahren Außendienst-Erfahrung kennt er lokale Betriebe von innen und weiß, welche Hebel tatsächlich zu mehr Anfragen führen.

Mehr zum Autor: Thorsten Lutz

Nach oben scrollen