Das Telefon klingelt. Am Apparat eine freundliche Stimme: „Wir bringen Sie garantiert auf Platz 1 bei Google.“ Oder es kommt eine E-Mail: „Ihre Website ist nicht für künstliche Intelligenz optimiert – das kostet Sie Kunden.“
Du legst auf oder löschst die Mail. Aber ein Gedanke bleibt: Ist da was dran? Verpasse ich gerade etwas – oder will mir nur jemand Geld aus der Tasche ziehen?
Seit Anfang Juni 2026 gibt es dazu eine Antwort von der Stelle, die es am besten wissen muss: von Google selbst.
Was Google jetzt selbst dazu sagt
Google hat eine eigene Seite veröffentlicht, auf der der Konzern erklärt, wie man Angebote von SEO-Dienstleistern einordnen sollte. SEO steht für Suchmaschinen-Optimierung – die Arbeit daran, bei Google besser gefunden zu werden.
Drei Punkte daraus sind für dich wichtig.
Erstens: Google prüft oder genehmigt keine fremden Dienstleister. Wenn jemand mit „von Google empfohlen“ oder „zertifizierter Google-Partner“ wirbt, sagt das über die Qualität der Arbeit nichts aus.
Zweitens: Fremde Werkzeuge haben keinen Zugriff auf Googles interne Ranking-Daten. Sie können dir keinen Platz garantieren. Jede Vorhersage ist eine Schätzung – und Schätzungen treffen nicht immer ein.
Drittens: Auch bei den neuen Versprechen rund um künstliche Intelligenz – oft als „KI-Optimierung“, „GEO“ oder „AEO“ verkauft – rät Google zur gleichen Vorsicht wie bei allem anderen.
Woran du ein zweifelhaftes Angebot erkennst
Aus diesen Hinweisen und aus dem, was mir bei Betrieben in der Region immer wieder begegnet, lässt sich eine kurze Liste machen. Wird dir eines dieser Dinge versprochen, werd hellhörig:
- „Platz 1 garantiert.“ Das kann niemand garantieren. Google entscheidet über die Reihenfolge, nicht der Anbieter.
- „Von Google zertifiziert oder empfohlen.“ Für allgemeine SEO-Arbeit vergibt Google so etwas nicht.
- „Geheime KI-Optimierung für ChatGPT und Google.“ Meistens steckt dahinter klassische Suchmaschinen-Arbeit unter neuem Namen. Ein eigener Zaubertrick ist es selten.
- „Unsere Daten kommen direkt von Google.“ Tun sie nicht. Direkt von Google bekommst nur du selbst Zahlen – über ein kostenloses Werkzeug, die Search Console.
- „Ein Tool pflegt Ihr Profil vollautomatisch.“ Ein Tool kann Zahlen anzeigen. Hingucken, Fotos machen, auf Bewertungen antworten – das macht ein Mensch.
Wo dein Geld wirklich gut aufgehoben ist
Das Gegenstück zur Skepsis ist nicht Nichtstun. Es gibt Dinge, die wirken – sie sind nur unspektakulärer als das Versprechen vom ersten Platz.
Google empfiehlt selbst sein eigenes, kostenloses Werkzeug: die Search Console. Sie zeigt dir echte Zahlen direkt aus der Google-Suche, ohne dass ein Dritter dazwischensteht.
Dazu kommt die Handarbeit, die kein Tool ersetzt. Ein vollständiges, korrektes Google-Profil. Echte Fotos vom Betrieb. Richtige Öffnungszeiten, auch an Feiertagen. Antworten auf Bewertungen. Einträge, die in allen Verzeichnissen gleich lauten.
Das klingt nach wenig. Aber genau das ist die Grundlage, auf der auch die KI-Antworten aufbauen, über die gerade alle reden.
Sind also alle SEO-Anbieter unseriös?
Nein. Es gibt nützliche Werkzeuge und gute Dienstleister. Der Punkt ist nicht „lass die Finger davon“, sondern „schau genau hin“.
Ein seriöses Angebot erkennst du daran, dass es keine Garantien gibt, sondern Wahrscheinlichkeiten. Dass jemand erklärt, was er tut und warum. Und dass er ehrlich sagt, was er nicht beeinflussen kann.
Diesen Maßstab lege ich auch an mich selbst an. Ich verspreche dir keinen ersten Platz. Ich sage dir, was an deinem Profil fehlt und was sich realistisch verbessern lässt.
Du hast so einen Anruf oder eine Mail bekommen und bist unsicher, ob das Angebot etwas taugt? Schick mir, was dir versprochen wurde – ich sage dir ehrlich, was davon Hand und Fuß hat. Und wenn du wissen willst, wie dein Google-Profil heute wirklich dasteht: Ich schaue es mir kostenlos bei dir vor Ort an. [Kontakt aufnehmen]
Über den Autor
Thorsten Lutz berät kleine und mittlere Betriebe in Schleswig-Holstein zu ihrer Sichtbarkeit bei Google. Er richtet Google-Unternehmensprofile ein, pflegt sie und hilft beim Bewertungsmanagement – vor Ort, persönlich, ohne Call-Center. Aus fast drei Jahrzehnten im Außendienst kennt er lokale Betriebe von innen und weiß, welche Versprechen im Vertrieb belastbar sind und welche nicht.

